Das Nitrieren ist ein thermochemisches Verfahren zur Oberflächenhärtung. Das Teil wird bei relativ niedriger Temperatur, typischerweise zwischen 500 und 580 °C, in einem Medium erwärmt, das Stickstoff abgibt: Gas (Ammoniak), Plasma (Ionitrieren) oder Salzbad. Der Stickstoff diffundiert in die Stahloberfläche und bildet dort sehr harte Nitride. Man erhält eine Randschicht, die verschleiß-, fress- und ermüdungsfest ist, mit einer Tiefe von höchstens einigen Zehntelmillimetern um einen unveränderten Kern.
Sein Hauptvorteil ist der geringe Verzug: Da es kein schroffes Abkühlen gibt, kann man ein bereits auf Endmaß bearbeitetes Teil nitrieren, was es vom Einsatzhärten mit anschließendem Härten unterscheidet. Das Verfahren eignet sich vor allem für legierte Stähle mit Chrom, Molybdän, Aluminium oder Vanadium, wie 42CrMo4; manche nichtrostende Stähle lassen sich im Plasmaverfahren nitrieren. Die Teile werden vor dem Nitrieren oft im vergüteten Zustand geliefert, damit der Kern belastbar ist.
Eingesetzt wird es für Extruderschnecken, Kurbelwellen, Zahnräder, Achsen, Matrizen und Formwerkzeuge. Ein Punkt verdient Beachtung: Die Schicht ist dünn und verträgt daher ein umfangreiches Schleifen nach der Behandlung schlecht, und scharfe Kanten können spröde werden. Das Teil wächst minimal, was bei engen Passungen vorab zu berücksichtigen ist.
In der Angebotsanfrage
Geben Sie die Stahlgüte und ihren Zustand vor der Behandlung an, das gewünschte Verfahren, falls vorgeschrieben (Gas, Plasma, Salz), die angestrebte Oberflächenhärte mit ihrer Einheit (HV) und die Schichttiefe sowie die zu schützenden Bereiche. Nennen Sie, ob nach dem Nitrieren ein Arbeitsgang folgt (leichtes Polieren oder keine Nacharbeit), und die verlangten Prüfungen: Mikrohärte, metallografischer Schliff, Behandlungszertifikat. Diese Entscheidungen fallen schon bei der Konstruktion des Teils, mit einem Betrieb für CNC-Bearbeitung, der das Verfahren kennt.